Digitales Lernen im Sportunterricht

Das Internet bietet einen nahezu unbegrenzten Zugriff auf Informationen unterschiedlichster Art. Diese mediale Vielfalt ist für unsere Schüler fester Bestandteil ihres Alltags. Social Media, Spiele, Musik, Filme, auch Informationen für den Unterricht, Lernhilfen und Tutorials werden im Jahr 2021 selbstverständlich konsumiert. Das Homeschooling während der Pandemie hat diesen Trend noch verstärkt. Ein zukünftiges Arbeitsleben ohne digitale Medien wird für wohl alle Schüler undenkbar sein.

Aus diesem Grund ist es Aufgabe der Schule, digitale Medien nicht nur als Unterrichtsstütze oder Alternative anzusehen, sondern diese zunehmend in das Zentrum des Unterrichts zu rücken. Der Digitalpakt der OBS soll dieses Vorhaben vorantreiben. Hierfür ist aber nicht nur eine erweiterte Hard- und Software notwendig, sondern auch ein Umdenken bei der Unterrichtsplanung.

Wie digitales Lernen einen eigenverantwortlichen Unterricht fördern kann, konnte man kürzlich im Fach Sport bei der Klasse 10a beobachten. Seit der Hallensaison steht dort Volleyball auf dem Plan. Dieses technische sehr anspruchsvolle Spiel stellt Lernende regelmäßig vor unterschiedliche Herausforderungen. Manche beherrschen bereits die Grundlagen und möchten sich bei Angriffsschlägen und Blocktechniken weiterentwickeln, andere tun sich noch schwer mit den Zuspielarten und müssen in diesem Bereich noch an ihrer Technik feilen. Um eine fruchtbare Unterrichtsumgebung zu schaffen, die einer solchen Heterogenität gerecht wird, muss der Lerngruppe ein vielfältiges Angebot an Lerngelegenheiten serviert werden. Hierbei können digitale Medien eine große Stütze sein.

IMG 0828Die 10a wirkte etwas irritiert, als sie angewiesen wurde, die Smartphones mit in die Sporthalle zu nehmen. Das Internet zu Lernen zu verwenden war die Klasse eigentlich nur aus anderen Fächern gewohnt. Nach dem Warmmachen wurden Zettel mit QR-Codes ausgeteilt, die zu Videos weiterleiteten, in denen nach Schwierigkeitsgrad geordnete Übungen für unterschiedliche Volleyballtechniken zu sehen waren. Schnell kam Lebendigkeit in die Lerngruppe. Es wurde darüber diskutiert, welche Übung man mochte, welche man ablehnte und wer in welche Übungsgruppen kommen sollte. Anschließend führte die Klasse ein eigenverantwortliches Training durch, bei dem sich jeder auf seinem Niveau weiterentwickeln konnte. Das in der Didaktik so häufig geforderte „Abholen“ der Lernenden konnte hier, aufgrund der digitalen Vielfalt, hervorragend umgesetzt werden. Für die nächste Stunde hatte die Lerngruppe unterschiedliche Vorstellungen. Manche wollten an weiter ihre Übung zur Technikverbesserung durchführen, andere wollten Abwechslung und sich weitere Videos ansehen.

Abschließend kann festgehalten werden, dass digitales Lernen, gezielt eingesetzt, auch im Fach Sport kein Hindernis, sondern eine starke Aufwertung darstellen kann.